Aus Argentinien hab ich noch nie eine Mail bekommen, aber auf I Love Waterloo und ihre liebevollen Band- und Film-Shirts bin ich natürlich schon mal gestoßen. Nur wußte ich nicht, wo sie herkommen. Nun hat mich Waterloo-Kid Fabricio angeschrieben und zu einem kurzen Portrait angeregt. Da ich die Jungs glaube ich noch nie erwähnt hatte und sie gar so sympathisch sind, mach ich das gerne. Und hab ein paar Fragen losgeschickt.
Achtung! Bevor wir dazu übergehen, eine wichtige Durchsage: Die Jungs haben einen exklusiven Coupon für Shirtspotting-Leser eingerichtet. Das heißt, gebt einfach beim Bestellen das geheime Kennwort shirtspotting ein, und der Mann an der Kasse zieht für Euch nochmal 10% von der Bestellung ab. Deal? Deal. So, nun Bühne frei für das Interview:

Stellt Euch und Euer Label mal bitte kurz vor:
Wir sind ein paar Freunde aus Argentinien, die mit gutem Rock’N'Roll, zeichnen, Filme gucken, Gitarre spielen und singen aufgewachsen sind.Schon als wir jung waren hatten wir immer unsere T-Shirts selbst gestaltet (und mussten mittels mysteriöser Techniken erreichen, dass die Motive nach dem Waschen nicht ausbleichten). Wir waren auf zahllosen Partys und wurden immer wieder gefragt “Hey, wo hast du dieses T-Shirt her?”, worauf wir immer stolz sagen konnten: “Selber gemacht!” Uns wurde klar, dass wir diese Bandshirts, die es eigentlich gar nicht gibt, ganz gut machten. Und eines Nachmittags, als wir uns so über unsere Zukunftsvorstellungen und Träume unterhielten, schlug einer von uns vor, dieses Hobby auf die nächste Ebene zu heben. Wir entschlossen, uns auf das Abenteuer professionelle T-Shirt-Produktion einzulassen, ohne irgendeinen Plan davon.
Unser erstes Ziel war ein Kredit, und das zweite, die Shirts auf den Kleidermärkten von Buenos Aires zu verkaufen.
Wir nannten unsere kleine Herzensangelegenheit “Waterloo” nach dem Song “Waterloo Sunset” von den Kinks. Als wir sahen, dass unser kleines Unternehmen in der Stadt seine Kreise zog, schlug ein Mitglied unserer “textilen Rockgruppe” vor, unsere Shirts auch im Internet anzubieten. Das war die Geburtsstunde von ilovewaterloo.com.

Seit wann seid ihr im Geschäft?
Online: 1 Jahr und drei Monate. Offline: ungefähr fünf Jahre.
Eure Motive bedienen sich sehr akkurat bei Bands und Filmen. Musstet ihr die Namen und Designelemente lizensieren? Bzw. habt Ihr jemals Ärger dafür bekommen?
(Können wir diese Frage überspringen?:) (Nein.) Wir haben mal versucht, Lizenzen zu erwerben, aber weil wir so kleine Fische sind, haben sie uns nicht mal geantwortet. Wir wollen aber eben nie ein Albumcover oder Filmplakat einfach kopieren, sondern immer unseren eigenen Stil mit rein bringen.
(Einschub von mir:) Genau das ist es, was Waterloo meiner Meinung nach von schlichten Lizenzhändlern oder Bandshirt-Holländern unterscheidet. Die Liebe zum Objekt ist unübersehbar und viel mehr ein Tribut als ein Sich-Bedienen.
Diese “Swimmers“-Serie finde ich sehr hübsch. Ist das von einem Film, den ich nicht kenne? Oder einfach nur schöne Motive?
Die Zeichnungen hat ein Freund von uns gemacht und sie uns freundlicherweise als T-Shirt-Motive überlassen.

Sind diese eigenen Designs die Richtung, die Ihr in Zukunft einschlagen wollt?
Richtig, wir wollen in Zukunft mehr Eigenkreationen rausbringen wie “Swimmers”.
Ihr liefert ja fast überall hin. Sind denn die Versandkosten noch realistisch für Europäer oder meinetwegen Australier?
Ja, wir haben eine weltweite Pauschale von $3,99.
Ich hab so sonst noch nie was von einem T-Shirt-Label aus Argentinien gehört. Was gibt es außer Euch noch so an Companies, die auch im Netz zu finden sind?
Da gibt es viele, aber meistens versenden die nur innerhalb Argentiniens.
Könnt Ihr vom T-Shirts verkaufen und Musik machen leben?
Naja, wir versuchen’s zumindest.

So, bitte schön. Gegen Ende etwas wortkarg, der Gute, aber die Einstellung ist auf jeden Fall super: Eine textile Rockband! So geht’s auch.