… auf Sicherheit der Person und der Wohnung, der Urkunden und des Eigentums vor willkürlicher Durchsuchung, Festnahme und Beschlagnahme darf nicht verletzt werden, und Haussuchungs- und Haftbefehle dürfen nur bei Vorliegen eines eidlich oder eidesstattlich erhärteten Rechtsgrundes ausgestellt werden und müssen die zu durchsuchende Örtlichkeit und die in Gewahrsam zu nehmenden Personen oder Gegenstände genau bezeichnen.
So lautet der vierte Zusatzartikel zur US-amerikanischen Verfassung. Und auch wenn das Bohei um Nackt,- respektive Körperscanner, am Flughafen nun etwas abgeklungen ist – die Frage, ob dieser Eingriff in die Privatsphäre nicht einen Schritt zu weit geht, ist nach wie vor eine kontroverse. Und auch wenn ich diesen Fund ca. vier Monate zu spät mache, um die große Medienwelle mitzunehmen – die Idee von 4th amendment wear ist in jedem Fall bemerkenswert. Sie besteht darin, den besagten Zusatzartikel auf T-Shirts und Unterwäsche zu drucken- und zwar mit metallener Tinte, so dass er auf dem Röntgenbild klar zu lesen ist.
Eine originelle, völlig gewaltfreie Art des bürgerlichen Widerstands. Selbst wenn der kleine Flughafenangestellte am Röntgenscanner im Zweifelsfall wenig bewirken kann, diese Technik wieder abzuschaffen.
Spätestens seitdem sich sogar GMX des Hipster Hitler angenommen hat, dürfte die zum Brüllen komische Comicserie um eine hornbebrillte Hipstervariante des Führers auch daheim im Reich angekommen sein. Und natürlich spielen T-Shirts auch für den Stylo-Adolf eine große Rolle. Trägt er doch in jedem Comic ein neues Shirt, das Alt und Neu in ziemlich grandiosen und manchmal auch wirklich grenzwertigen Wortspielen zusammen bringt. Beispiele? Neben den gezeigten: “Three Reichs and you’re out”, “Arcade Führer” oder “Heilvetica”.
In der Ära der mass customization ist der Weg von der Idee zum physisch verfügbaren Produkt ja nicht weit, und so ist es auch kein Wunder, dass Hipster Hitler seinen eigenen (RedBubble-basierten) Store betreibt, damit jeder Anhänger des schnieken Charismatikers seiner Stilikone nacheifern kann. Entweder gibt es die reinen Slogans, oder als Meta-Variante die Shirts am Modell. Nun hoffe ich vor allem, dass mein bisheriger Favorit “Weimar Guitar Gently Weeps” bald im Shop auftaucht – und dann heißt es wohl “Party like it’s 1933″.
Lady Liberty im Nacktscanner = Statue Of Security (eine gut gebaute übrigens, Holladiewaldfee)
von Ban T-Shirts. Aber die glauben doch wohl nicht im Ernst, dass die mit so nem pyrotechnischen Gegenstand in der Hand einen Flughafen betreten könnte …?
Hach ja, das Hochjubeln eines überflüssigen, riskanten und kostspieligen Bahnhofsprojekts wie Stuttgart 21 ist ja so frisch, jung, sexy. Deshalb entblöden sich die Grube-Groupies auch nicht, ihre Begeisterung für den tiefergelegten Bahnhofsschlauch mit platten Zoten von unterhalb der Gürtellinie kundzutun. Nachdem der Schlachtruf “Oben bleiben” der S21-Gegner mit einem “Oben ohne” konterkariert werden musste, kam es, wie man oben sieht, noch schlimmer:
Tu’ IHN unten rein!
… fordert die stilisierte Nacktschnecke auf dem T-Shirt auf und verletzt dabei so ziemlich alle Grenzen des guten Geschmacks und garniert das noch mit einem fragwürdigen Apostroph und miesem grafischem Style.
Die stellvertretende Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Marion von Wartenberg, hat sich umgehend mit einem offenen Brief an Ministerpräsident Stefan Mappus und seine Umweltministerin Tanja Gönner gewandt (beide CDU). Sie fordert sie auf, “sich umgehend von diesen sexistischen und diffamierenden Formen der politischen Auseinandersetzung zu distanzieren und bei den Verantwortlichen der Gruppe der Befürworter auf die Rücknahme dieser unsäglichen Exponate einzuwirken”.
Die Vorsitzende des baden-württembergischen Landesfrauenrats, Angelika Klingel, sprach von einer “nicht hinnehmbaren frauenfeindlichen Entgleisung”. Das sexistische T-Shirt gehöre schleunigst in den Mülleimer.
Wahrscheinlich steht in den Headquarters von Spreadshirt schon eine Büste von Jeremy Kalgreen. Denn der kommt nicht einfach mit tollen T-Shirts in Reihe um die Ecke, sondern gleich mit ganzen Labels, die die Hitzepressen beständig am Dampfen halten. Zuerst kam der Überraschungserfolg mit Amorphia Apparel, und nachdem speziell das Motiv “Science!” so gut lief, kam Wear Science. Als Kommentar zur Intelligent Design-Debatte und anderen heiß diskutierten Glaubensfragen folgte Teach The Controversy. Der Vollständigkeit halber muss man jetzt noch Sir Critter (fein angezogenes Getier) und Hirsute History (berühmte Frisen und Bärte) erwähnen, aber wahrscheinlich wollt ihr jetzt eher wissen, was das für unglaubliche Slogans da oben sind. I’m voting Tea Party heißt Kalgreens neuester Streich und ist ein bissiger Kommentar zum Tea Party Movement, jenem dubiosen Sammelbecken der beleidigten amerikanischen Rechten, die in Barack Obama immer noch den Antichristen sehen. Das Schlimme ist, dass ein Shirt wie “Obama wants to let gays vote. That’s why I’m voting Tea Party” wahrscheinlich in manchen US-Landstrichen ohne jede Ironie angezogen würde. Das Gute ist hingegen: Dafür haben alle Nichtteetrinker noch die Lacher auf ihrer Seite – etwa mit I’m Voting Tea Party.
Wir erinnern uns: Im Dezember 2008 schlüpfte eine leicht unglückliche Storchengestalt aus dem Ei, die Storch Heinar hieß. Beliebt wurde er als Geschichten-, Hörspiel- aber vor allem als T-Shirt-Held. Was seiner phonetischen und optischen Nähe zu einer in rechten Kreisen beliebten Modemarke bestimmt zu einem gewissen Teil geschuldet ist …
Nun droht Heinar, eben wegen dieser Ähnlichkeit, Ärger. Man kennt es ja: gewisse Seiten und Organisationen zitieren gerne das Hohelied der Freiheit, verstehen aber wenig Spaß, wenn sie selbst zur Zielscheibe von Parodien werden. Deswegen hat die Marke Thor Steinar, genauer gesagt der Hersteller Mediatex, eine Klage angestrengt wegen Markenrechtsverletzung.”Nürnberg reloaded” heißt es also nun für den Storchenvogel, bislang sprechen die Indizien allerdings dafür, dass Heinar keine Siegerjustiz zu befürchten hat: Der zuständige Richter empfahl Mediatex, die Klage zurückzuziehen, da sie kaum Aussicht auf Erfolg habe. Aufwändig (finanziell wie zeitlich) ist so ein Prozess allerdings trotzdem, weswegen Heinars Geburtshelfer, die Initiatoren von Endstation Rechts, mit einem “Retter-Shirt” versuchen, Mittel einzusammeln (das Konzept war ja anderswo schon sehr erfolgreich).
Das nenne ich endlich mal eine richtige Gleichschaltung: Mehr als einhundert aktuelle Artikel über mich im Internet und einfach kein Ende abzusehen. Gestern schwächelte sogar unser Kriegsgerät wegen der vielen Besucher.
ich möchte Ihnen hiermit einen Vorschlag bezüglich Ihrer Dienstkleidung machen. Natürlich sehen Ihre Anzüge seriös und vertrauenserweckend aus, ausgegebenemAnlass hielte ich es aber in Ihrem Sinne für äußerstempfehlenswert, wenn im Vorstand, zumindest in der Gegenwart eines gewissen Herrn Sarrazin, folgendes T-Shirt zur verbindlichen Dienstkleidung erklärt werden würde:
Es ist erhältlich bei 3D Supply. Zusätzlich sollte noch ein gleichlautendes Schild in Herrn Sarrazins Büro, wie am besten auch in seinem privaten Haushalt, aufgehängt werden.
Und ich hatte mir geschworen, bei diesem Fußballgedöns nicht mitzumachen. Ich könnte nur noch kotzen, wie in einem Supermarkt gerade jedes einzelne verschissene Produkt, sei es auch noch so unpassend, auf entweder a) fußballförmig, b) schwarz-rot-gold gelb oder c) Afrika getrimmt wird. Letzteres ist besonders peinlich, weil laut Markenkommunikationsspezialisten Afrika für exotische Schlemmereien und erlesene Spezialitäten wie Schokolade steht, die natürlich überhaupt nichts mit Hunger, Kinderarmut und ausbeuterischen Arbeitsbedingungen zu tun haben. Nein nein, Afrika ist die schöne Steppe im Sonnenuntergang, fröhlich Fußball feiernde Dorfbewohner und das den Kontinent beschreibende Wort heißt Chakalaka. Ja, is klar.
Und jetzt kommt die Mail von Raoul rein und macht mir ein Themenangebot, das ich nicht ausschlagen kann. Das Dachauer Label cored hat die Linie TOCOA ins Leben gerufen, was für “Think of children of Africa” steht. Das ist zwar vielleicht grammatikalisch etwas fragwürdig, setzt aber von der Sache her genau am richtigen Punkt an: In Afrika ist nach wie vor mitnichten alles Party und Chakalaka, sondern die meisten Länder sind immer noch gezeichnet von Armut und AIDS. Auch im WM-Gastgeberland Südafrika, ohnehin noch eines der bessergestellten Länder des Kontinents, gibt es mehr Straßenkinder, als die Organisatoren gerne zeigen würden. Genau an dieses Gesicht von Afrika, das in den kommenden vier Wochen höchstwahrscheinlich in den Hintergrund gedrängt wird, erinnert TOCOA mit seinen T-Shirt-Designs, die ein paar sehr unschöne Fakten aus dem World Factbook in schöne Grafiken übersetzen.
Natürlich gilt hier: nicht nur labern, sondern auch machen. Deswegen spendet TOCOA pro verkauftem Shirt 5€ zweckgebunden an die Kindernothilfe. Gutes tun, Gutes tragen.
In der Geschichte des T-Shirts, sollte sie je für irgendwen interessant genug sein, sich damit zu befassen, hat sie einen unverrückbaren Platz: Katharine Hamnett. Die bekanntesten T-Shirt-Slogans überhaupt wie “Frankie Say Relax“, “Choose Life” oder “58% Don’t Want Pershing“, ja eigentlich sogar das Prinzip Slogan-T-Shirt selbst, gehen auf die Designerin zurück.
Ihre neueste Linie ist nun leider vor dem traurigen Hintergrund der Ölkatastrophe in Florida brennend aktuell geworden: Save The Sea hat sie in ihren ikonischen Großbuchstaben auf die T-Shirts und Badebekleidung der Kollektion “Katharine Hamnett Beach” geschrieben. Es versteht sich, dass die überzeugte Umweltschützerin Sorge dafür getragen hat, dass die Textilien selbst aus organischer Baumwolle und recyceltem Polyester bei ihrer Herstellung keine allzugroße Umweltbelastung darstellen. Die Stücke sind erhältlich in der Designerkollektion bei YOOX
A propos Ölpest: wer sieben Minuten Zeit hat, sollte sich bitte dieses Video ansehen:
Palmöl ist in den letzten Monaten ein Thema gewesen, das oftmals an die Öffentlichkeit kam. Das Öl gilt als Regenwaldkiller, da in Ländern wie Indonesien und Malaysia quadratkilometerweise Regenwald abgeholzt wird, um an dessen Stelle Ölpalmen-Monokulturen zu errichten. Kampagnen von Greenpeace, Rettet den Regenwald e.V. oder anderen Organisationen prangern seit Jahren den westlichen Hunger nach Palmöl an, beispielhaft gerieten etwa Großabnehmer IKEA oder eben Nestlé ins Visier, die das Palmöl in Schokoriegeln wie KitKat verarbeiten. Aber auch in zahlreichen anderen Nahrungsmitteln, Pflege- und Reinigungsprodukten und Gebrauchsgegenständen ist Palmöl enthalten. Für besonderes Aufhorchen sorgte folgendes Video: eine makabre Parodie auf die KitKat-Werbung, dessen Präsenz im Netz Nestlé gerne verhindert hätte, und damit natürlich genau das Gegenteil erreicht hat:
Das T-Shirt zur Aktion gibt’s im Warenhaus des Greenpeace-Magazins. Nestlé Killer ist – wie soll es anders sein – auf ökologisch nachhaltig und sozial fair gefertigter Baumwolle gedruckt und gibt’s für 29,50 €.
.. gibt’s hier noch ein paar Style-Vorschläge für Mit-Demonstranten. Wie ihr vieleicht wisst, wird hier in Berlin wieder Radau gemacht Im Internet gibt’s auch schon genug Anzeichen, dass nicht nur hier, sondern auch wieder in Dresden, Schweinfurt, etc., die Nazis irgendwelche hirnrissigen Fahnen schwenkend und geistesgestörten Parolen schreiend durch die Straßen ziehen werden. Bundesweit werden wohl sechs Neonazidemos stattfinden. Ich werd auf jeden Fall dabei sein und mit so genannten “Linksextremisten” zu Techno/Hip-Hop Bässen chillend, die geplante Route der Nazis mit Sitzblockaden stören. Es war ja schon in Dresden ganz witzig und hat an dem Tag auch wunderbar geklappt. Auf ein erneutes erfolgreiches gelingen! Weitere Infos zur Berlin-Demo gibt es hier.
Naja. Und deshalb gibt’s hier noch’n paar Bekleidungs-Tipps, für die Widerständler:
Weil der Tatort heute mal wieder so eher durchschnittlich war hab ich mal wieder nebenher die T-Shirt-Blogs durchstöbert und habe dieses wunderbare Stück bei Hide Your Arms gefunden:
Schon von der Fernwirkung ziemlich schick, aber dass der obere Fernseher die Worte “Please stay asleep” zeigt, macht ‘Static‘ von Lead and Light zu einem richtig großartigen T-Shirt.
Das Designkollektiv Peachbeach kennt man in der T-Shirt-Welt gut, haben sie doch regelmäßig Designs zu Seiten wie A Better Tomorrow, Scribtee oder LaFraise beigesteuert. Neu war mir, dass sie einen eigenen Shop haben und selbst Shirts drucken lassen.
Peachbeach-Designer Attila Szamosi hat mir nun sein Motiv “Everything Is OK” vorgestellt, das zur Kopenhagener Klimakonferenz oder eigentlich zur Weltlage so gut passt wie kaum ein anderes: wird diese optimistische Aussage doch bei näherem Hinsehen ziemlich durch die Details getrübt:
Und um zu zeigen, dass man nicht nur meckern, sondern auch was machen kann, spenden Peachbeach 20% der Einnahmen aus dem Shirt an Unicef. Zu haben ist es für 29,90. Das Motiv ist zudem als Poster erhältlich.
T-Shirts sind mal wieder Aufreger in den Medien. Diesesmal “gespottet” bei der Bundeswehr, die nun ja eh nicht bekannt ist für die geschmackvollsten Kleidungstrends und auch nicht dafür, die intellektuelle Elite des Landes zu stellen. Die abgebildeten brennenden Tanklaster sollen jene von den Taliban entführten Wägen darstellen, die am 4. September in Kunduz von der Bundeswehr in Flammen geschossen wurden – bekanntlich ein sehr umstrittener Einsatz mit zivilen Opfern, welcher erst vor ein paar Tagen den damaligen Verteidigungsminister Jung das Amt gekostet hatte.Vor diesem Hintergrund ist der Rambo-Gestus, der mit dem Motiv zum Ausdruck gebracht wird, sicherlich ein falsches Signal.
Nach Bundeswehrangaben wurde der Verkauf der Shirts verboten und das Tragen der Motive ebenfalls. “Sollten deutsche Soldaten bei der Erstellung des T-Shirts beteiligt gewesen sein, werden disziplinare Maßnahmen ergriffen werden“, so die Mitteilung. Die fraglichen Shirts trugen laut Spiegel Online die englische Version des Bibelzitats “Thou shalt not steal”, die obige Abbildung mit dem deutschen Spruch entstammt dem Blog von Focus-Redakteur Thomas Wiegold.