Wenn eine T-Shirt-Seite beim Aufrufen Hip Hop spielt, einen protzigen Diamanten als Logo hat, ihre Motive sich um Rihanna, Jay-Z, Snoop Dogg etc. drehen und die Shirts eigentlich in den gehobeneren Boutiquen der Champs-Elysées angeboten werden, dann liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ich das toll finde, so ca. bei 0,2 %. Von daher macht Get BIZZI das extrem Unwahrscheinliche möglich. Und wie? Mit Comicstyle. Damit kriegt man mich immer. Und ganz objektiv: die Zeichnungen von Designer Phoks sind … wie sagt man? Phat? Krass?
Natürlich würd ich mir wegen Coolnessdefizits immer noch keinen sprechsingenden Bro’ zur Brust nehmen, aber hey, es gibt sicher genug Leute da draußen, die das sofort tun würden (und natürlich auch die 45 Tacken für ein Shirt erübrigen können). Und für die hat Get BIZZI, nach großem Zuspruch im Pariser Einzelhandel, nun einen Onlineshop in da house. Ihr Rick Ross-T-Shirt gibt es sogar nur dort zu ordern. Und ein Blog gibt’s natürlich auch. Check this out.
Ich hab vorhin ein älteres ZEIT-Magazin über die Frage, was “Typisch jüdisch” ist, gelesen. Und auch wenn mir die Frage nach ein paar Seiten auf die Klötze gegangen ist, nehm ich das einfach mal zum Anlass, Kosher Ham vorzustellen. Eher so als Kuriosum denn als wirkliche Empfehlung. Ist das doch die größte Fun-T-Shirt-Seite mit einem Angebot, das auf die jüdische Gemeinde zugeschnitten ist. Quasi Busted Tees in nicht ganz so lustig, aber dafür koscher. Vielleicht trägt ja in den USA der ein oder andere Rabbiner eines der folgenden T-Shirts unter dem Anzug:
Was ich aus dem Magazin gelernt habe: Wenn man über diese Shirts lacht: selber schuld. Wenn man über diese Shirts nicht lacht: auch selber schuld. Und wenn man meint, man würde bessere T-Shirts machen können, dann ist man typisch jüdisch.
Davon ab: mir ist es nicht unbedingt ersichtlich, warum man unbedingt solche Shirts braucht, selbst als überzeugter und gläubiger Jude. Aber ich bin fast sicher, dass jüdischer Humor feiner geht. Zum Beispiel also der witzigste Jude der Welt, Jon Stewart (der unbegreiflicherweise nicht im Zeit-Magazin vorkam), der hier mit seinem großartigen Sidekick John Oliver über Hannukah vs. Weihnachten aufklärt:
Paper Root Clothing will Platz schaffen und macht Euch ein Angebot, das Ihr schwerlich abschlagen könnt:
40% Eures Einkaufs werden Euch erlassen, wenn Ihr beim Checkout den Code SPRING40 eingebt. Bei einem Preis von 20 $ pro Shirt kämt Ihr dann also bei 12$ raus. Unten zwei gute Argumente, das auch wahrzunehmen:
Hm. Das passiert mit Ideen, wenn man sie nicht verwirklicht: jemand anderes hat sie und setzt sie besser um als du es je gekonnt hättest. Ich hab schon mal ein paar Bilder für ein Sammelposting ganz übler (v.a.) Sprüche-T-Shirts gespeichert. Und jetzt seh ich gerade bei Hide Your Arms, dass Coty Gonzales, Shirtnerd und -blogger ein extra Blog dafür ins Leben gerufen hat, das nicht besser hätte heißen können als Failshirt.org.
Hier noch ein paar Ergänzungen zum Kabinett des Grauens:
Mehr T-Shirts, die sich in der Polizeikartei besonders gut machen gibt’s bei Uberpix.
Ein nicht enden wollender Quell der Erheiterung: Fremdsprachler, die sonst mit Zeichen schreiben, aber super gerne lateinische Buchstaben auf ihre T-Shirts drucken, weil’s cool aussieht. Gesammelt auf Engrish Funny.
People Like Me stellen sich vor mit einer Selbstbeschreibung, die man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte:
Our themes span the low-pop spectrum, from umbilical cords to tramp stamp
tattoos. We’ve found our home in the taboo and the weird. We pride
ourselves in lowering the standard. This is why we are unique. Our lack of
moral hygiene keeps us from being safe.
Okay, vielleicht wird hier sogar ein wenig zu viel versprochen, da die Shirts nicht wirklich anstößig sind. Dafür aber wirklich sehr nett und kreativ, was sie billigen sexualisierten Fun-Shirts überlegen macht. Consumer etwa funktioniert, weil es super simpel, eigentlich auch naheligend ist und trotzdem neu (meines Wissens zumindest). Und ich sowieso sehr auf die Shirtfarbe beige/ natur stehe. Hier noch ein paar Fotos für den Genuss:
Consumer T-Shirt
Heartless - T-Shirt: interessanter Allover-Druck
Vain T-Shirt: Für Spiegelverliebte
Die Shirts kosten zwischen 25 und 30 $. Zudem lohnt es sich schon wegen des hübschen Seitendesigns, den People like me Store mal anzusurfen.
Unter der Flagge der Ironie erleben kitschige Airbrush-T-Shirts, sonst eigentlich nur von Bikern getragen, derzeit eine ungeahnte Renaissance. Turtlehead und der ausführende Künstler DomMcMahon haben es natürlich auf die Spitze getrieben: Keyboardspielende Wölfe, die den Vollmond anheulen sind eigentlich schon genug Grandessa für mehr als ein T-Shirt, aber das tanzende Einhorn überschreitet schon jegliche Schmerzgrenze, da kann auch noch gleich im Hintergrund ET auf dem Fahrrad vorbeifliegen. Oder wie Keith Walsh schreibt:
Turtlehead brings you ‘3 keyboard wolves‘ with bonus unicorn. We’ve also thrown in ET for good measure. What more could you want? We could have added a collar and dickie bow, but that would probably have been too much awesomeness on one t-shirt for any mortal man or woman to wear.
Genau, nicht dass das Shirt dann noch vor lauter Wahnsinn implodiert …
Wem die Shirts von laFraise gefallen und sich das ein oder andere gerne bestellen würde, dem dürfte diese Rabattaktion gerade recht kommen. 45 Prozent gibt es auf die ausgewählten Shirts. Bei der Bestellung den Code “SUMMERSALELTD2” angeben und sparen !
Obendrein gibts noch 3 neue Shirts aus dem normalen Sortiment für 19 EURO je Stück.
Es ist ja nicht so, dass ich nicht schon T-Shirts gesehen hätte, zu denen ich denke “Wie um aller Welt kann man so etwas freiwillig tragen?” Das hier hebt das Ganze aber auf ein neues Level. Da gefunden bei Engrish funny und auch orthographisch etwas holprig niedergeschrieben, kann man dem Träger vielleicht anrechnen, dass er gar nicht weiß, was er für einen kranken Scheiß auf seinem Shirt ausführt – sprich, vermutlich ist das Foto aufgenommen in einem Land, wo man normalerweise Schriftzeichen verwendet. Dennoch: irgendjemand muss doch die Idee gehabt haben, ausgerechnet die Kindesmissbrauchs-Stelle aus einem amerikanischen Homosexualität-ist-heilbar-Kinderbuch auf ein T-Shirt zu drucken ???? Wer? Und warum??
Vor/ um meinen Umzug herum flatterte ein Päckchen bei mir rein, von Axel “Atze” Bauer, der eine T-Shirt-Druckerei betreibt. Unter der URL T-Shirt-Drucker.de bietet er seine Dienste an, und druckt neben seinen Aufträgen auch seine eigenen Fanshirts, für die, die sein Programm als Liederchaot Atze Bauer mögen.
Ganze vier Shirts waren da drin. Hm, danke, sicherlich gut gemeint. Allerdings auch keine, die ich anziehen würde, und denen nun das Schicksal des im-Schrank-Vermoderns blüht. Also, anhand der Stücke kann man sehen, dass er was vom Textildrucken versteht, und auch, warum sich die Arbeitsteilung zwischen Designern und Druckern eingebürgert hat …
Also, seinen Link soll er bekommen, ich kündige aber auch an, dass dies das letzte Mal ist, dass ich solche Themen mit reinnehme. Und dass man vor dem Losschicken besser mal eine Mail an shirtspotting at googlemail.com schreibt. Schließlich soll es hier im Blog vor allem um gut designte T-Shirts gehen.
Self-fulfilling prophecy? Shirtspotting wurde in den News bei Blacktooth schon verlinkt: Blacktooth has been featured on these links. Dabei war das ja noch gar nicht der Fall. Muss ich aber jetzt mal schnell nachholen. Leider ist es so, dass ich aufgrund meiner eingeschränkten Zeit zum bloggen nur die Hälfte der Artikel schreiben kann, die mir so vorschweben. Blacktooth war so ein Ding, bei dem ich auf den ersten Blick gewusst habe, dass ich Euch, geschätzte Leser das vorstellen will. Blacktooth ist im Wesentlichen Carey Haider (die Amis haben ganz klar die besseren Haiders…), und der hat statt eines klaren Stils einen Sinn für … naja, gute T-Shirts halt. Seien die nun politisch…
… Slogans ….
… fotografisch…
…oder provokativ.
Gerade das letzte kann ich aber nicht gutheißen. Auch wenn es der gute Carey mit Zigaretten sichtlich zu haben scheint – man kann doch wenigstens beim Mösebohren mal die Kippe ausmachen. Don’t smoke & finger! Gut, das hat ja sogar eine gewisse Tradition in den USA, aber trotzdem …
(Sea Of Love, u.li., wird es bei Urban Outfitters geben, der Rest ist hier direkt verlinkt).
Um nicht falsch verstanden zu werden ich bin absolut dafür, dass (gute) Musiker auch von ihrer Musik leben können. Ich kaufe CDs (oder mache Promo). Der Schuss der GEMA dürfte aber abslut nach hinten losgehen und damit gerade die treffen, die die Einnahmen am meisten brauchen. Die Kleinen mal wieder. Denn nun kann sich jeder selbst ausrechnen, was das bedeutet: Konzerte werden teurer, die einzigen Musiker, die ein mehr als nur ein bisschen von der GEMA profitieren, sind die ab einer gewissen Größe. Für Veranstalter, gerade die kleinerer Konzerte, entsteht hingegen ein hoher Kostendruck. Das müssen sie zwangsläufig an die Endverbraucher weitergeben.
Der eigentliche Hammer und auch der einzige Weg (um das Thema T-Shirt-Blog-gerecht aufzubereiten) ist aber die 10%-Beteiligung am Merch. Hallo, merkt ihr was? Gema steht für “Gesellschaft für musikalischeAufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte”. Musikalisch. Ist ein T-Shirt ein Musikstück? Ist es eine Aufführung? Guess what, Leute: Ein T-Shirt ist ein Kleidungsstück! Soll man für etwas GEMA-Gebühren abführen, weil ein Bandname draufsteht? Nein, das ist endgültig nicht mehr zu rechtfertigen. Als nächstes wäre dann für so ein T-Shirt auch noch GEMA-Gebühr fällig, weil Noten drauf sind, oder für die Kaffeetasse, die neben mir steht, weil da ein Bild von Jimi Hendrix drauf ist?? Der Preis für Bandshirts sind eh schon ein Kompromiss zwischen Status der Band, Herstellungskosten und Gewinn. Selbst mitbekommen habe ich diese Szene: Der Merchandiser von Superpunk sagte einmal zwei Hohlbratzen am Stand, die um ein geschenktes T-Shirt bettelten: “Ich muss neun T-Shirts verkaufen, um mit dem zehnten Gewinn zu machen”.
Was gerade mit der Musik passiert ist spannend für die Musiker und Konsumenten und bitter für die althergebrachte Industrie. Alte Verwertungswege sind nicht mehr ergiebig. OK. Jetzt müsste nur noch jemand draufkommen, dass sich so allmählich auch Vereine wie die GEMA erübrigt haben und Bands das Ruder wieder zunehmend selbst in die Hand nehmen (müssen). Frage ist jetzt, wie bringt man es ihnen bei? Wenn wir in Berlin wegen Pillepalle wie Religionsunterricht und total unnötigen Flughäfen Volksentscheide hinbekommen, kann man nicht auch eine kontra-GEMA Bewegung initiieren (und die GEZ gleich mitabschaffen?)?
In Sachen T-Shirt-Verrücktheit sind uns die Amis ja weit voraus (vielleicht unter anderem deswegen, weil sie mehr Sonnentage haben?). Da scheinen auch solche scheinbar total abwegigen Ideen wie ein T-Shirt-Fernsehen anzukommen. Hierzulande werd ich ja mitunter ungläubig angeguckt, wenn ich sage, dass ich ein Blog nur über T-Shirts schreibe. Es geht noch spezieller: watchteev.com versammelt Videoclips über T-Shirts, über das Designen, Labels etc.
Für Leute mit einem gewissen Spleen oder Kleider-Fetisch ist das sicher amüsant, erst recht für Leute aus dem selben Biz. Da kann man etwa Artists wie Ray Frenden (den ich für einen super Designer und Zeichner halte, obwohl ich seine knallbunten Illustrationen nie anziehen würde) über die Schulter gucken, lustig gemachte Werbevideos gucken oder oder oder.
Ich hab mal ein Beispielvideo ausgesucht. Hier kann man im Schweinsgalopp sehen, wie ein Band-T-Shirt entsteht – in einer Kooperation der furchtbaren Emoband Scary Kids Scaring Kids mit KILL brand: