Posts Tagged ‘deutschland’

Review: Campfire Songs von Ever-Green

Tuesday, September 29th, 2009

ever-green-song

Eine Sorge hatte ich nie und werde ich nie haben: dass diesem Blog die Themen ausgehen (vielmehr: das Thema ausgeht, weil ja monothematisch). Auch Deutschland, die Nation der unlustigen Funshirts beherbergt genug T-Shirt-Freaks mit Geschmack, Idealismus und Ideenreichtum, die neue Labels an den Start bringen. Meine Damen und Herren, ich stelle vor: Ever-Green aus D-dorf.

Eine hübsch retrogestylte Collage begrüßt den Besucher auf der Seite. Im Shop dann meist typographische T-Shirts. Allesamt ebenso liebevoll ausgeführt und nur in kleinen Auflagen erhältlich – also keine Massenware.

Ich hatte das Angebot, ein Shirt zu testen, gerne angenommen und mich für das Motiv “Campfire Songs” entschieden. Schließlich hab ich so viele Bandshirts, und von Lagerfeuermusikmachen bin ich ja auch irgendwo Fan. (Frage zwischendurch: was gibt es in diesem Jahrzehnt für Songs, die man am Lagerfeuer klampfen kann? Außer ein paar Weakerthans-Stücken fällt mir wenig ein, was sich zu den Beatles-Klassikern einreihen kann. Auf nackte Gitarre reduziert offenbaren die meisten Songs, auf die die Jugend gerade so abgeht, ihre erschreckende Substanzlosigkeit. Meine Meinung).

Das Design erinnert wahrscheinlich nicht zufällig an das Woodstock-Festival-Logo. Zwei Rottöne wurden hier auf ein weißes T-Shirt gedruckt. Der Druck ist sauber und scharf. Das weiße T-Shirt kommt von den von mir überaus geschätzten Continental Clothing, sprich: anziehen, wohlfühlen und auch noch ein reines Gewissen haben.

evergreen-paket

Den Vogel schießt allerdings das Gesamtpaket ab. Ich glaube, ich habe noch nie so ein üppiges Beiwerk mit einer T-Shirt-Lieferung erhalten. Die Pizzaschachtel als Versandkarton ist schon der erste Knüller und nach der letzten Ärzte-LP vielleicht die zweitbeste Nutzungsidee für die Teile (nicht dass Pizza schlecht wäre…). Beim Auspacken kam dann zuerst eine Küchenschürze zu Tage, mit einem dreiarmigen Pizzabäcker, der den hot stuff von Evergreen serviert. In derselben Restaurant-Aufmachung dann auch die “Menükarte” (Katalog), dazu noch Buttons und ein Bügelsticker. Zu sehen/ erahnen auf dem sehr schlechten Handy-Foto oben.

Wow.

Die Shirts gibt’s ab 19,95 €, und schon allein angesichts des großartigen Beiwerks ist das auch ein lohnender Preis. Außerdem wird auf deren Seite gerade ein Shirt unter den registrierten Kunden verlost.

Piratenpartei Shirts auch für fast umsonst

Friday, June 19th, 2009

So Leute. Die Büchse der Pandora wurde geöffnet. Das Gesetz für die Zensur des Internets wurde gestern beschlossen. Hier ein ausführlicher Beitrag auf Spreeblick. Ein schwarzer Tag für Deutschland und für mich persönlich eines der extremsten gesellschaftlichen Ereignisse seit dem 11. September.

Da ich auch vorhabe, bald der Piratenpartei beizutreten, wollte ich auf diesem Blog auch mal das Piratenpartei-Shirt anpreisen, das es so ziemlich für Lau gibt. Halt nur die Versandkosten, genau wie beim Zensursula-Shirt das auch schon von uns beworben wurde.

Piratenparteishirt für 6,90 oder für lau

Piratenparteishirt für 6,90

(via)

Wer Bock hat, für unser Internet auf die Straße zu gehen: Morgen findet um 12:00 eine bundesweite Demo statt und ich bin in Berlin natürlich auch am Start. Weiter Infos zu den Demos gibt es hier.

Introducing: Pleasant Beef

Thursday, March 26th, 2009

pleasantbeef_teaser

Wenn hier ein neuer Star am deutschen T-Shirt-Himmel aufgegangen ist, dann möchte ich stolz behaupten können: Remember where you heard it first. Pleasant Beef heißt das Baby von René “Önö” und Norbert Mayer. Und die zeigen sich als Überzeugungstäter. Pleasant Beef sind selber T-Shirt-Junkies und starten ihr Projekt auch nicht mit einer “mal gucken”-Haltung, sondern mit Entschlossenheit und Professionalität. Das bezieht sich nicht nur auf die schön gestaltete Website (guckt Euch nur mal die Startgrafik ihres Shops an!), sondern auch auf die T-Shirts. Darüber lassen wir am besten mal den Meister selbst erzählen. Auf die Shirts selbst werden wir nachher noch genauer eingehen. Jetzt erst mal: Wort ab.

Hallo Önö. Stell dich und dein Label doch in ein paar knappen Worten vor.

Hallo zusammen! Ich bin Önö aus L. an der P. und betreibe gemeinsam mit meiner Bewährungshelferin Norbert das Artwork-T-Shirt-Projekt „Pleasant Beef”

Seit wann gibt es Euer Label, und wie seid ihr gestartet?

Die Idee, außergewöhnliche Oberkörper-Outfits in Eigenregie herzustellen, schwirrt schon seit unserem Engagement als Vocal-Coaches von Mr. President in unseren Köpfen herum. Jedenfalls haben wir uns im November 2007 letztendlich dazu durchgerungen, einen Markennamen schützen zu lassen, erste Kollektionsentwürfe zusammenzustellen, diverse Fachmessen zu besuchen, mit potenziellen Lieferanten zu verhandeln und noch weitere 17.526 zwingend erforderliche Einzelschritte in die Tat umzusetzen. Mit anderen Worten ist Pleasant Beef so frisch, dass unsere Shirts noch regelrecht dampfen…

sm03

Ist der Name Pleasant Beef beim Grillen entstanden, oder spielt da die Doppelbedeutung Beef = Streit eine gewisse Rolle?

Das ist eine durchaus berechtigte Frage. Deshalb nochmals an alle Ü70-Blogger: Sorry, aber wir sind wirklich keine Fleischwarenfachverkäufer! Vielmehr ist Pleasant Beef als programmatisches Wortspiel zu verstehen, das eine klare Marschrichtung vorgibt.

Wo wir gerade bei der Attitüde sind: Tretet Ihr mit einer Intention und/oder Message an?

Oh yeah, und zwar nicht nur mit einer! Generell haben wir uns schlicht und ergreifend zum Ziel gesetzt, T-Shirt-Designs der Extra-Klasse zu entwerfen, die nicht nur im Hinblick auf ihre grafische Umsetzung nachhaltig überzeugen, sondern darüber hinaus auch thematisch ins Schwarze treffen. Zusammenfassend kann man sagen, dass wir mit unseren Motiven auf charmante Art und Weise provozieren und/oder zum Nachdenken anregen wollen und hierfür aus dem reichhaltigen Fundus, peinlicher Massentrends und antiquierter Wertvorstellungen, jede Menge problemlos zu verwertende Steilvorlagen geboten bekommen. Auch wenn es vielleicht etwas pathetisch klingen mag, haben wir uns auf die Fahnen geschrieben, den gegenwärtig dominierenden Streetfashion-Zeitgeist nicht nur zu treffen, sondern (natürlich im Rahmen unserer Möglichkeiten) punktuell mitzuprägen. Angesichts der unzähligen, teilweise unfassbar grausam gestalteten Shirt-Designs, vieler etablierter „Ready-made-Streetwear-Brands“, die nebenbei bemerkt, oftmals auch verarbeitungstechnisch jeglichem Preis-Leistungs-Verhältnis entbehren, ist dies jedoch eine durchaus realistische Herausforderung. Deshalb lautet unsere unmissverständliche Botschaft: „Schluss mit plump!“

sm01

Was ist deiner Ansicht nach das Besondere an Euren Shirts?

Abgesehen davon, dass unsere Tee´s aus vogelkotresistenter PVC-Folie gefertigt sind und von alleinerziehenden Zweitfreundinnen mundgeblasen werden, genießt bei uns natürlich die Motivgestaltung oberste Priorität. Jedes unserer Shirt-Designs kreiert dabei ein eigenes, zumeist subtiles Szenario und bietet dem aufmerksamen Betrachter infolgedessen zahlreiche Interpretationsmöglichkeiten. Augenzwinkernd wollen wir somit nicht nur zum Schmunzeln animieren, sondern in gewisser Weise auch zur bewussten Auseinandersetzung mit der vermeintlichen Motivbotschaft anregen. Wer an derartigen Brainstorming-Übungen jedoch kein Interesse besitzt, kann sich dennoch vorbehaltlos an unseren Shirt-Kreationen erfreuen, da all unsere Artworks minuziös gestaltet sind und im Ergebnis einfach dufte aussehen. Wie beim Hören eines guten Tracks, ist es uns aber trotzdem wichtig, dass man auch noch nach der x-ten „Bildanalyse“, immer wieder auf neue Details und Finessen stößt. Damit möchte ich zwar keineswegs behaupten, dass man beim Tragen unserer „T-förmigen“ ein Gefühl der stilistischen „Überlegenheit“ empfinden soll, aber man sich zumindest darüber im Klaren sein kann, in Besitz eines in jeder Beziehung ausgefeilten Kleidungsstückes zu sein.

Ganz technisch gefragt: welche Shirts verwendet Ihr und wie druckt ihr?

Kurz gesagt haben wir uns erlaubt, explizit nach unseren Vorgaben maßgefertigte „Printmedien“ in Auftrag zu geben. Das heißt bzw. hieß, eine „Kragenweite“ Continental Clothing hier, eine „Ärmellänge“ American Apparel da, und „Yezzz Sir!“ – fertig war die, nach etwa 5 – 6 zunächst verworfenen Versuchen, perfekt sitzende Körperleinwand. Ohne auf den obligatorischen Stoffetiketten- und Hangtag-Schnickschnack zu verzichten, werden unsere Shirts dabei natürlich sweatshopfrei produziert. Das von uns verwendete Textildruckverfahren wird als so genannte Rasterseparation bezeichnet und stellt sozusagen das „Space-Shuttle“ unter den ohnehin qualitativ hochwertigen Siebdrucktechniken dar. Diese ermöglicht uns auf Grundlage eines 14-farbigen (!) Siebdruck-Karussells, gegenüber den üblicherweise primär eingesetzten Tonwertabstufungen, jede Menge weitere Farbraster ins Rennen zu schicken. Die logische und nicht minder erfreuliche Konsequenz sind hochauflösende und zudem besonders farbintensive Brustverzierungen.

sm02

Die erste Kollektion ist sehr urban geprägt und präsentiert Hochhausmotive. Wie gedenkt Ihr Euch weiterzuentwickeln: werden die nächsten Kollektionen auch mottogebunden sein?

Wir sehen es als wunderbare Herausforderung an, jede unserer Kollektionen unter Berücksichtigung eines klaren thematischen Schwerpunktes zu konzipieren. Schließlich kann jeder mal einen guten Tag haben und ein schickes Einzelmotiv entwerfen… Wie bereits eingangs erwähnt, widmet sich unsere aktuelle Kollektion deshalb beispielsweise dem urbanen Lebensraum, wohingegen unsere nächste Shirt-Serie, das (Großstadt-)Individuum in den Vordergrund rückt. Danach wiederum werden skurrile Tier-Studien das thematische Bindeglied bilden. Grundsätzlich ist uns hierbei wichtig, eine klare, unverwechselbare und dennoch facettenreiche Design-Sprache zu entwickeln bzw. beizubehalten. Da wir mindestens noch für die nächsten 50 Sommersonnenwenden druckreifes Material in petto haben, kann ich zudem jetzt schon vorwegnehmen, dass man sich auch in Zukunft auf jede Menge pleasant Beef gefasst machen darf.

Wie soll es mit Pleasant Beef weitergehen?

Zunächst einmal wollen wir uns vorrangig in Insider-Kreisen einen Namen als innovative „Shirtwear“-Schmiede machen und somit gleichzeitig unter Beweis stellen, dass man auch als lüttes Newcomer-Label, von Anbeginn gehobenen Qualitätsansprüchen gerecht werden kann. Außerdem arbeiten wir gerade fieberhaft an einer kratzschwammveredelten Görls-Kollektion und suchen noch nach dem ein oder anderen geeigneten Vertriebspartner. Viel wichtiger ist und bleibt für uns jedoch, die „Keep-Streetwear-real-Initiative“ Pleasant Beef auch in Zukunft kontinuierlich weiterzuentwickeln, dabei stets authentisch zu bleiben und allen grobmotorisch daherkommenden „Punkt-Punkt-Komma-Strich-Designs“, weiterhin unverzagt die Stirn zu bieten.

sm04

Das nenn ich mal Haltung

Wednesday, March 4th, 2009

So geht das: eine schlechte CD-Kritik einkassieren, und statt beleidigt zu sein, lieber selbstironisch ein Motto draus machen. So geschehen im Fall von Egotronic, den deutschlandkritischen Agit-Ravern. Die ich persönlich jetzt auch nicht sooo prall finde, aber mit diesem T-Shirt gerade eine Familienpackung Sympathiepunkte einkassieren. “Könnte geil sein – ist es aber nicht”, das Fazit von Intro-Autor Helmar Becker, ist als Motto aber auch zu gut, um nicht verwendet zu werden. Bald im Audiolith-Label-Shop. Via Linus Volkmanns Intro-Blog.