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Bandshirts GEMAfrei halten!

Monday, April 20th, 2009
igoatse

GEMA hat den Arsch offen? Der passende iPod-Skin.

Ich hatte eigentlich die GEMA immer für eine gute Idee gehalten: sie kümmert sich darum, dass Einnahmen, die direkt oder indirekt mit Musik erzielt werden, auch an die Urheber der Musik, die Künstler, weitergericht werden. Soweit die Theorie. In der Praxis brechen seit Jahren die Tonträgerverkäufe ein, Livemusik boomt dagegen. Also, wenn der eine Kuchen einschrumpelt, dann wendet man sich doch mal lieber dem saftigeren zu und versucht davon ein größeres Stück abzubekommen. Was genau die GEMA bewegt, aufzutreten wie die schlimmsten Kapitalismus-Mähdrescher, weiß ich nicht. Erst haben wir ihr die Sperrung aller YouTube-Musikvideos in Deutschland zu verdanken, und nun das: Die Rechteverwerter der Gema wollen mitten in der schärfsten Rezession die Tarife für Konzertveranstalter um fast 600 Prozent anheben und auch bei T-Shirt und Plakaten mitkassieren. Die bislang geltenden Abgaben an die GEMA seien viel zu niedrig gewesen.

Um nicht falsch verstanden zu werden ich bin absolut dafür, dass (gute) Musiker auch von ihrer Musik leben können. Ich kaufe CDs (oder mache Promo). Der Schuss der GEMA dürfte aber abslut nach hinten losgehen und damit gerade die treffen, die die Einnahmen am meisten brauchen. Die Kleinen mal wieder. Denn nun kann sich jeder selbst ausrechnen, was das bedeutet: Konzerte werden teurer, die einzigen Musiker, die ein mehr als nur ein bisschen von der GEMA profitieren, sind die ab einer gewissen Größe. Für Veranstalter, gerade die kleinerer Konzerte, entsteht hingegen ein hoher Kostendruck. Das müssen sie zwangsläufig an die Endverbraucher weitergeben.

Der eigentliche Hammer und auch der einzige Weg (um das Thema T-Shirt-Blog-gerecht aufzubereiten) ist aber die 10%-Beteiligung am Merch. Hallo, merkt ihr was? Gema steht für “Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte”. Musikalisch. Ist ein T-Shirt ein Musikstück? Ist es eine Aufführung? Guess what, Leute: Ein T-Shirt ist ein Kleidungsstück! Soll man für etwas GEMA-Gebühren abführen, weil ein Bandname draufsteht? Nein, das ist endgültig nicht mehr zu rechtfertigen. Als nächstes wäre dann für so ein T-Shirt auch noch GEMA-Gebühr fällig, weil Noten drauf sind, oder für die Kaffeetasse, die neben mir steht, weil da ein Bild von Jimi Hendrix drauf ist?? Der Preis für Bandshirts sind eh schon ein Kompromiss zwischen Status der Band, Herstellungskosten und Gewinn. Selbst mitbekommen habe ich diese Szene: Der Merchandiser von Superpunk sagte einmal zwei Hohlbratzen am Stand, die um ein geschenktes T-Shirt bettelten: “Ich muss neun T-Shirts verkaufen, um mit dem zehnten Gewinn zu machen”.

Was gerade mit der Musik  passiert ist spannend für die Musiker und Konsumenten und bitter für die althergebrachte Industrie. Alte Verwertungswege sind nicht mehr ergiebig. OK. Jetzt müsste nur noch jemand draufkommen, dass sich so allmählich auch Vereine wie die GEMA erübrigt haben und Bands das Ruder wieder zunehmend selbst in die Hand nehmen (müssen). Frage ist jetzt, wie bringt man es ihnen bei? Wenn wir in Berlin wegen Pillepalle wie Religionsunterricht und total unnötigen Flughäfen Volksentscheide hinbekommen, kann man nicht auch eine kontra-GEMA Bewegung initiieren (und die GEZ gleich mitabschaffen?)?

iPod-Skin via Extraneo.it