Posts Tagged ‘Interview’

Zu Besuch in der Dudes Factory (2)

Monday, February 28th, 2011

Teil zwei des Shirtspotting-Hausbesuchs in der Dudes Factory. Neben einem wirklich innovativen Online-Shirtdesigner (s. Teil eins) ist und will die Factory nämlich noch viel mehr, wie die Gründer Arnaud Loix van Hooff und Heri Willmerdinger hier erklären:

Einzelstücke warten auf Liebhaber

Arnaud: Unsere Idee war: es wäre geil, den Künstlern wirkliche Kollektionen zu ermöglichen. Sie kümmern sich um die Kunst, wir um die Umsetzung.
Heri: Für viele ist es auch schwer, die machen ihre Designs und sind auch wirklich super gut darin, aber alles andere, die Umsetzung, frisst ziemlich viel Zeit. Sowas wollen wir ihnen abnehmen. Und mehr als das: Unsere Idee von der Zusammenarbeit mit den Künstlern ist auch, dass wir sie wirklich fordern und sie zu Dingen bringen, die sie noch nie zuvor gemacht haben. Von Funny Fun gibt es zum Beispiel T-Shirts, aber das hier sind seine ersten Seidenschals. Wir bringen sie dazu, mal die Leinwand zu verlassen und sich Objekten zuzuwenden. Surfboards, Skateboards, Figuren … diese Objekte gibt es nur in sehr limitierten Auflagen. Die Autos etwa, die hier stehen, sind handbemalt.

Arnaud: Zum Beispiel werden wir im Juni Casiegraphics featuren. Und nach ihrem Entwurf entsteht gerade eine E-Gitarre in der Kreuzberger Gitarrenwerkstatt Nick Page Guitars. Und die wird der Wahnsinn …

Heri: … handgeschnitzt und wirklich High-End.

Arnaud: Und Casiegraphics war so happy, so etwas hat sie noch nie gemacht, das wird ihr Meisterwerk. Auch das der Gitarrenwerkstatt. Obwohl die wirklich exzellente Gitarren machen: eine flamingoförmige war noch nie dabei.

Die wird sicher nicht billig. Wird das eine Kleinauflage?

Arnaud: Es gibt nur ein Stück. Wird so bei 7000-8000 € rauskommen. Wohlgemerkt: wir verdienen gar nichts daran. Bei solchen Aktionen geht es uns um den Spaß.

Heri an der ersten Dudes-Gitarre

Im Mai arbeiten wir mit Mcbess aus London. Der zeichnet immer in Schwarzweiß, aber er macht auch Animationen und macht die Musik dazu selber. Für die Eröffnung der Pictoplasma wird er zu uns kommen und mit seiner Band ein Konzert im Shop spielen. Das sind solche Aktionen, auf die wir wirklich Bock haben. Als spezielles Objekt durfte er Baseballjacken designen, und natürlich wird das Merch für seine Band Dead Pirates. Von denen wird es nur 15 Stück geben.

Heri: Wir probieren auch mit solchen besonderen Aktionen in alle Richtung zu gehen. Immer etwas zu machen, worüber man spricht, oder worüber Blogs berichten würden, wenn sie nicht gerade nur über T-Shirts schreiben.

Arnaud: Manchmal kommen auch schon Designer auf uns zu und bieten einzelne Designs an. Für die ist die Sektion „Youngbloods“, dort können wir erst mal testen, wie sich die Motive bewähren. (more…)

Zu Besuch in der Dudes Factory (1)

Sunday, February 27th, 2011

Anders als viele T-Shirt-Shops, die ich hier vorstelle, ist die Dudes Factory nicht nur eine virtuelle Adresse, sondern auch ein besuchenswertes Ladengeschäft in Berlin. Und weil die Idee hinter dieser Fabrik wirklich bemerkenswert ist, und sie zudem nicht weit von mir entfernt ist, habe ich mich also in die Torstraße 138 begeben, wo mir die Ober-Dudes Arnaud Loix van Hooff und Heri(bert) Willmerdinger die Idee, den Laden und die Geschichte der Factory bei lecker Kaffee ausführlich erklärt haben.

Seitenwand der Factory: im Zentrum ein Riesenbildschirm mit der Website - zum selbst customizen.

Arnaud: Wir arbeiten mit Designern zusammen, die wir schätzen. Seit dem Launch waren das Peachbeach, Funny Fun, 110 Special Black, aktuell ist das Dxtr. Und das geht weit über das hinaus, dass sie uns ein paar Designs schicken. Wir entwickeln zusammen eine Idee, ein Oberthema und arbeiten dann eine Serie aus. So eine Kollektion ist schon zwei, bis drei Monate in der Entwicklung. Jedes einzelne Design und auch Elemente der Designs haben wir digital vorliegen. Wir drucken mit Digital-Direktdruck, also sind wir so flexibel, wie man nur irgendwie sein kann. Das gibt uns unendliche Möglichkeiten.

Okay … Digital-Direktdruck kenn ich im Prinzip. All diese Stücke sind damit gedruckt? Die Qualität dieser Drucke hier ist tatsächlich besser als das, was ich bis jetzt gesehen habe.

Arnaud: Wir haben sehr lange gesucht, bis wir eine Maschine gefunden haben, die unseren Ansprüchen genügt. Wir waren auf zig Messen dafür. Mit unserem Drucker sind wir recht zufrieden. Das Gute ist, dass er wirklich super hochauflösend druckt, auch auf dunklen Textilien. Du siehst: diese Zeichnungen von 110 Special Black sind sehr fein – hier sieht man wirklich noch jedes Haar in dem Bärenfell. Solche dünnen Striche kriegt man mit Siebdruck kaum hin.

Heri: Das hat uns aber am Anfang auch viel Nerven gekostet, bis wir gelernt haben, was wie das beste Resultat erzielt, wann wir mit Weiß vordrucken müssen, etc.

Sind die Auflagen limitiert?

Arnaud: Nein, im Gegenteil. Die Künstler behalten alle Rechte an ihren Zeichnungen. Und jedes Mal, wenn ein Motiv bestellt wird, bekommen die Designer ihren Anteil daran. Lebenslang.
Es gibt aber einen Artist of the Month. Der bestimmt dann unseren Auftritt. Wenn wir eine neue Kollektion vorstellen, gestalten wir, bzw. er die Seite neu, und den Laden. Die große Leinwand an der Seitenwand gehört dann auch ihm. Sowohl online als auch im Laden war unser Grundgedanke, alles so neutral wie möglich zu halten, dass die Kunstwerke auch im Zentrum stehen und so wenig wie möglich davon ablenkt.

Dennis "DXTR" Schuster am Werk: drei Tage und Nächte war er an den (Lein-)Wänden der Factory zugange.

Auch eine Art Shirtdesigner ist Teil Eures Angebots …

Arnaud: Man kann auf unserer Webseite ein T-Shirt einfach bestellen, aber man kann es auch ins Lab laden und dort einfach die Farbe des Shirts oder des Designs ändern. Wie gesagt, alle Grafiken liegen bei uns digital gespeichert – oder auch einzelne Elemente davon. Da laden wir nun die Nutzer ein, damit zu spielen und kreativ zu werden. Ich zeig dir mal, wie das geht:
Du fängst an mit dem Produkt, sagen wir mal ein T-Shirt. Vorerst haben wir noch American Apparel T-Shirts, das war am einfachsten und die Qualität und der Schnitt sind auch gut genug. Du wählst also eine T-Shirt-Farbe und gehst weiter zur Kollektion. Unter “Artworks” links oben sind die Designs, also die ganzen Motive. Die können einfach per Drag and Drop auf das Shirt gezogen werden. Im Reiter “Einzelne Elemente” findest du Einzelteile der Designs. Die kannst du rüberziehen, anordnen, einfärben, skalieren und schichten wie du willst. Der Preis bleibt dabei immer gleich: 35 € nur Frontdruck, 39 € für Druck vorne und hinten. In der Box “Farben” links unten passt du mit den Reglern „Farbton“, „Sättigung“ und „Helligkeit“ die Farben der Elemente an oder färbst sie ein.

Wie in Photoshop also…?

Heri: Genau, das ist flexibler als die vektorbasierten Shirtdesigner, die nur bestimmte Folienfarben anbieten, weil sie auf Flexdruckfolien zurückgreifen. Dadurch, dass unser Lab mit Pixelgrafiken arbeitet, ist das komplett geöffnet worden.

Arnaud: Hier haben wir noch verschiedene Schriften. Da kannst du über einen Texteditor Worte und Sätze schreiben oder die Buchstaben einzeln auf die Fläche ziehen. Wir haben jetzt vier Artist-Kollektionen, damit kann man schon was machen, aber es werden immer mehr Elemente dazukommen.

Mein erster Test bestätigt: das macht unheimlich Spaß und lässt andere Online-Shirtdesigner alt aussehen. Immerhin habe ich jetzt für meine Band, die noch gar nicht richtig das Licht der Öffentlichkeit erblickt hat, schon ein eigenes T-Shirt gemacht, designed by Dxtr mit einem Schuss Peachbeach. Die Schriften und Einzelelemente könnten sicherlich noch mehr sein, aber das werden sie auch.

Im zweiten Teil des Reports erzählen die Dudes mehr über sich, ihre Factory, die beteiligten Künstler und ihre Vorhaben. Stay tuned.

Im Interview: Gosu Gear

Wednesday, February 24th, 2010

Wieder ein Newcomer aus deutschen Landen, der sich mit einer großen Portion Idealismus und (noch) unbezahlter Arbeit für seine Shirtideen reinkniet. Und selbst, wenn ich persönliche nicht auf dieses wilde pinke Farbgesplattere in Großdruck stehe – Gosu Gear, so heißt das Baby der Gründer Fabian und Alex, macht in den Startlöchern schon mal eine gute Figur:

Eigene Nische? Check. Eine hierzulande noch unverbrauchte frische Ästhetik? Check. Sozialnetzwerk-Standards? Check, Doublecheck, Triple-Check. Was mich alledings hellhörig gemacht hat, ist, dass in der Präsenz der Gosus Musik eine so große Rolle spielt, dass man etwa mit einem Shirt gleich eine CD mitgeliefert bekommt – das Doppelpack für nur 18 €. Auch hier wieder: nicht meine Musik, aber hey, interessant ist diese Connection alle mal.

Bevor ich also zu lange ahnungslos ins Blaue schwafele, lassen wir Fabs doch einfach selbst zu Wort kommen:

Stell dich, dein Label und deine Mitstreiter doch mal bitte kurz vor.

Hallo zusammen ! GOSU GEAR sind in erster Linie mal zwei Verrückte, die beschlossen haben, dass es noch nicht genug cool Shirts auf der Welt gibt. Zum einen wäre da der Alex, der sich um die geschäftlichen belange kümmert und meine Wenigkeit. Ich mach den ganzen Internetkram, buche die Designer und designe auch selbst.

Was hat Euch zum Namen Gosu Gear inspiriert?

Der Name Gosu steht stellvertretend für Menschen, die etwas besonderes sind und das möglicherweise mit einem Shirt oder zwei zum Ausdruck bringen wollen :-) … Wer die exakte Bedeutung wissen will, sollte mal googeln. Das würde hier den Rahmen sprengen.

Wie entstehen die Designs?

Unsere ersten drei Shirts habe ich selbst designt. Ich mache das als Hobby nebenher. Wer sich mal umsehen möchte, findet mich hier. Das neue Design SEPPUKU wie auch die kommenden werden von externen Designern aus Asien kreiert. Für uns muss ein GOSU Design das Feeling der modernen Subkultur mit traditioneller asiatischer Symbolik vereinen. Dann ist es perfekt !

Was bekommt man mit einem Gosu-Shirt (Druckmethode, Shirtmarke)?

GOSU GEAR Shirts werden auf FOTL Heavy Cotton Shirts gedruckt. Die sitzen super, in allen Grössen, sind aber trotzdem keine body fit Shirts. Darauf stehen wir nicht. Es soll ja noch gemütlich sein ! Der Druck ist ein megasofter Siebdruck. Da haben wir uns in die Hände von Vollprofis begeben. Wer einen Kontakt braucht, meldet sich am besten hier.

Warum Myspace als Hauptseite?

Wir sind ja ein sehr junges Label und existieren grad mal 3 Monate. Da erschien uns Myspace als beste Startmöglichkeit, um gezielt Menschen zu erreichen, die sich für unsere Shirts begeistern könnten. Eine herkömmliche Website ist aber momentan in Arbeit.

Auf der Seite gibts auch eine Menge Musik zu hören, und Shirts kommen mit CDs. Ist Gosu Gear auch ein Musiklabel, oder wie genau gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem Musiksektor?

Ich selbst bin ja hauptberuflich Musiker und spiele unter anderem bei The New Black Gitarre. Von daher war mit die Verbindung von Mode und Musik immer bewusst. Also war es für uns von vornherein klar, mit coolen Bands und Musikern zusammenzuarbeiten. Da wäscht die eine Hand die andere. Die Bands promoten uns und wir die Bands…..wie das eben so läuft.

Als besonderes Gimmick legen wir noch eine aktuelle Runamok CD zu jeder Bestellung bei. Da ich auch bei Runamok in die Saiten zupfe, hab ich so zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die Kunden bekommen ein cooles Shirt und obendrauf noch unsere neue CD. Super Promo….die Musiklabels haben für sowas ja kein Geld mehr.

In der Krise der Musikindustrie: Seht Ihr Euch als Vorreiter neuer Ertragsmodelle, bei denen Musik- mit Merchandisebranche enger zusammenrücken?

Das war doch schon immer so. Nur, dass sich die Relationen etwas geändert haben. Früher konnte man mit CDs noch Geld verdienen. Heute nicht mehr. Da kommt das meiste Geld über Merch und Konzerte rein. Ein Glück, dass man T-Shirts noch nicht downloaden kann !!

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Noch … An dieser Stelle ein großer Dank an Fabs für diese Einsichten. Ich bin sicher, dass man hier nicht das letzte Mal ihre Shirts auf Shirtspotting gesehen hat.

Sharpshirter – Ein Interview

Thursday, June 25th, 2009

Als Dan Lachman 2004 der Aufforderung seines Dad’s nachging, nicht mehr soviele Videospiele zu zocken um zur Abwechslung mal etwas Produktives zu machen, hätte er nie gedacht, das so etwas Großes daraus wird.

Was mit einer kleinen Leidenschaft anfing, entwickelte sich in kürzester Zeit in einen Betrieb mit nun 60 Geschäften weltweit und einem Angebot von über 100 Produkten.

That’s Sharpshirter!

Natürlich ist es für mich eine Ehre, mein erstes Interview mit einem so erfolgreichen Jungunternehmer führen zu dürfen.

Hallo Dan, kannst du dich und deine Firma kurz vorstellen? Wie hat das alles begonnen? Wie sahen eure Ersten Schritte aus? Wann fing das alles an?

Mein Name ist Dan Lachman und meine Firma heisst sharpshirter.com. Ich würde sagen, das Unternehmen begann am Ende meiner High-School Zeit. Ich war damals 17 (2005) und ich wollte wirklich T-Shirts haben mit meinen Ideen drauf. Es fing an mit “Word Shirts”, also simple Sätze auf Shirts gedruckt und meine Freunde fanden sie lustig und meinten, dass sie mir einige abkaufen würden. Als ich älter wurde, fing ich dann auch an vermehrt neue Stile und Arten zu finden, um die Shirts zu bedrucken und sie auch als Leinwand für Kunst zu benutzen.

Sharpshirter? Was hat es mit dem Namen auf sich? Hat es eine besondere Bedeutung/Story?

Nichts wirklich spezielles. Ich machte mir damals eine Liste mit Ideen und zum Schluss blieb Sharp Shirter. Aber langsam kreisen meine Gedanken auch um einen Namenswechsel, seitdem wir auch andere Dinge machen außer T-Shirts.

Was unterscheidet euch von anderen Modelabels? Wie hebt ihr euch von der Masse ab?

Unser Ansatz mit der Kombi von Klamotten und Kunst scheint in unserer Zielgruppe sehr gut aufgenommen zu werden. Unsere Motive orientieren sich vom Design her hauptsächlich an der Natur und den Tieren, aber möchten auch gerne Fantasy und Comic Elemente in unseren Style mit einfließen lassen.. to keep things fresh.. ;)

Ein großer Vorteil ist, dass ich nicht zeichnen kann, sodass ich Künstler finden muss, um meine Ideen für die Designs auch umsetzen zu können. Das Ergebnis ist ein Mix vieler verschiedener und unterschiedlicher Styles unter einem einzigen Label: Sharpshirters.com. So ist für jeden Geschmack garantiert Abhilfe gesorgt.

Woher bekommst du und deine Designer eure Ideen? Hast du eine spezielle Inspirationsquelle?

Ich gucke massenhaft Filme und TV, besonders Sendungen über die Natur unserer Welt. Ich liebe es, mir Szenarien auszudenken und meine Gedanken wandern zu lassen. Ab und zu “lande” ich auf einer Idee, bei der ich denke, dass daraus ein cooles Shirt werden könnte und stelle mir vor, mit welchem Style dieses Motiv am Besten rüberkommen könnte. Das wird dann an meine Designer weitergeleitet und die setzen das dann um.

Habt ihr eine spezielle Zielgruppe? Eine Message?

Seitdem ich die Klamotten auch selbst trage, liebe ich es natürlich, ein Publikum zu ereichen, das meiner Altersklasse entspricht (18-25). Es gibt da auch keine spezielle Message, wir wollen eigentlich nur Kunst auf den Markt bringen, für die man bewundert wird und auffällt.

Wo siehst du Sharpshirters.com in der Zukunft?

Das ist eine gute Frage, mit der ich mich auch in letzter Zeit sehr intensiv befasse. Ich habe vor kurzem meinen College-Abschluss hinter mir gelassen und bin nun dabei, mich zu entscheiden, in welche Richtung ich meine Firma entwickeln will. Ich denke, dass ich das Geschäft weiterentwickeln werde, bis es irgendwann so groß ist, dass ich das als Vollzeit-Job machen kann. Somit kann ich auch länger ausschlafen und muss mich nicht mit lästigen Bossen rumkloppen :).

Danke für das Interview Dan!


Für die englische Version hier klicken: / For the english version please click here:

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Unicat Designs – denn wir sind alle verschieden!

Tuesday, April 28th, 2009

Es dauerte seit dem ersten Mailwechsel etwas, bis dieser Artikel zustande kam. Immerhin ist in dieser Zeit die Seite von Unicat Designs nochmal überholt und richtig schick gemacht worden.

Der Name gibt die Richtung vor: Unicat möchte das ganz besondere T-Shirt bereitstellen, das du schon immer haben wolltest und geht auf alle Sonderwünsche ein. Genauer wollen wir es jetzt von Pierre Dammer wissen, dem Kopf hinter Unicat, der jetzt live am Shirtspotting-Mikrofon steht:

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Hallo Pierre. Stell dich und dein Baby doch einmal in ein paar knappen Worten vor.

Hallo, ich bin Pierre. Ich bin 26 Jahre alt und wohne in Offenbach am Main. Ende 2008 habe ich das Label „UnicatDesigns“ gegründet und arbeitete mich in die Branche intensiv ein. Bei Unicat Designs kannst du dein Shirt deinen Vorstellungen anpassen. In unserer Kollektion findest du Party Shirts, Techno Shirts, Streetwear und Taschen. Es stehen dir bei den angebotenen Shirts derzeit schon viele Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung. Ich drucke natürlich auch deine eigenen Motive.

Wie lief der Beginn des Labels? Also: wie kam Euch die Idee, wie verliefen die ersten Schritte, wie waren die ersten Resonanzen…?

2008: Am Wochenende ist ne Party, ich brauch noch etwas Cooles zum anziehen. Ich gehe einkaufen. Das erste Shirt hat ein schönes Motiv, aber der Spruch gefällt mir nicht. Das zweite T-Shirt gefällt mir vom Schnitt gar nicht. Beim dritten gefallen mir die angebotenen Farben nicht, das nächste hat zu lange Ärmel….. Warum bekomme ich mein Shirt nicht so, wie es mir gefällt? Also fasste ich den Entschluss und designte meine ersten Shirts. Anfangs noch mit Bügelfolien, deren Qualität mich aber nicht so überzeugte. Ich wurde aber desöfteren in Clubs oder auf der Straße auf meine auffälligen Shirts angesprochen. Da ich mich derzeit sowieso beruflich umorientieren wollte, machte ich mein Hobby zum Beruf.

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Die Idee ist also, T-Shirts anzubieten, die sonst niemand trägt. Das versprechen/ ermöglichen die großen Print-on-demand-Anbieter wie Spreadshirt, Shirtcity oder Shirtinator doch eigentlich auch …? Wo liegt also der Unterschied?

Bei mir kannst du die Farbe des Motivs, des Shirts, den Schnitt wählen, den Spruch ändern, Motive kombinieren… Denn hier wird das Shirt extra für dich gedruckt. Außerdem hast du die Möglichkeit, deine mit unseren Motiven zu kombinieren. Wir erstellen dir dein Wunsch-Shirt. Und auch schwierige Motive versuchen wir für dich umzusetzen. Ich versuche die Vorstellungen des Kunden zu 100 % auf das Shirt umzusetzen. Ich bringe auch graphisch aufwendige Designs auf die Ware. Außerdem drucke ich im Gegensatz zu anderen Anbietern, die die Auswahl der Flex-/Flockfarben meist auf 3 begrenzen, auf Wunsch mit mehr Farben. Das ist natürlich arbeitsintensiver, aber so erhält der Kunde sein Unikat.

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Ungewöhnlich sind auf jeden Fall deine Druckmethoden: Flexprint sagt mir ja was, wobei ich diese regenbogenglänzende Folie noch nicht kannte. Was aber hab ich mir unter dem Chromablast-Verfahren vorzustellen?

Der Chromablast-Druck ist ein neuartiges Druckverfahren, das nur auf hellen Textilien möglich ist. Die spezielle Baumwolltinte reagiert auf dem Transferpapier unter Druck und Hitze mit der Baumwolle. Es bleibt keine Folie auf dem Shirt zurück, die evtl. stören oder reißen könnte. Der Druck bekommt nach dem ersten Waschen einen textilartigen Griff. So ist es möglich, kostengünstig Unikate und kleine Auflagen zu erstellen. Ich benutze auch gerne Spezialdruckfolien wie die regenbogenfarbene. Ich bin immer bemüht, mein Sortiment so zu erweitern, dass ich meinen Kunden immer etwas Neues bieten kann.

Die Designs sind auf jeden Fall musiklastig, und zwar kommt da häufig Techno vor. Ist das dein Szene-Ursprung?

Kann man so sagen. Ich und mein Freundeskreis hören gerne Technomusik, gehen auf Partys und besuchen Events.

Machst Du sozusagen Clubwear?

Ich mache Shirts usw. mit Partymotiven,  die auch im Club auffallen. Ich leg mich da aber nicht fest. Wenn ich eine Idee für ein Streetwear-Produkt habe, stelle ich das eben her.

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Was inspiriert Deine Designs sonst so?

Ich bin ein sehr kreativer Mensch und habe ständig neue Ideen, wenn mir etwas einfällt dann muss es auch sofort aufs Shirt.

Welches Unicat-Design gefällt dir persönlich am besten?

Das wechselt bei mir eigentlich ständig. Meist gefällt mir mein neuestes erst einmal am besten.

Wie oft gibt es Neuerungen bei Euch, d.h., wie oft sollte man auf Eurer Seite vorbeischauen?

Da derzeit noch nicht alle erhältlichen Designs online sind, wird es bei UnicatDesigns ständig etwas Neues geben. Für Damen bieten wir derzeit alle Motive auf 4 verschiedenen Shirt-Schnitten an. Für Herren wird in den nächsten Tagen zu dem Standard-Shirt noch ein dickeres Slim-Fit Shirt erhältlich sein.

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Vielen Dank, Pierre. Das Stück, mit dem mich Unicat überzeugt hat, war übrigens Umbrella Butterfly: ein sehr schickes Motiv, auf das man auch mal angesprochen wird. Meines Erachtens perfekt so wie es ist, also muss kein zusätzlicher Spruch oder Glitter drauf. Möglich wäre es jedenfalls. Der Chromablast-Druck ist tatsächlich kaum fühlbar, gleichzeitig jedoch farbintensiv und gestochen scharf. Als markenspezifisches Erkennungszeichen hat es einen goldenen Innendruck im Nacken innen und außen. Am Shirt selbst gibt’s auch nichts zu meckern, wenngleich es nicht diese kuschelweiche Continental- oder American Apparel-Pracht ist. (Update: Pierre verspricht für die nähere Zukunft, auch noch ein schön dickes Slim Fit Shirt, mit kuschelweichem Stoff  (250 g/qm) ins Sortiment zu nehmen) Dafür sitzt es sehr gut, und wäre man körperlich besser in Form als ich, könnte man bestimmt von Sexiness sprechen.

Eine Auswahl der Shirtmotive habe ich hier im Artikel verteilt, wobei die natürlich subjektiv ist (guess what, wie auch das ganze Blog). Der Glanz- und Glitzeroverkill ist persönlich nicht mein Geschmack, aber die Idee von Unicat ist es ja, niemanden unbefriedigt nach Hause zu schicken. Eigentlich hätte ich mir schon allein wegen meines Nachnamens die Engelsflügel ordern sollen… Naja, das nächste Mal vielleicht.

Shirtcity relauncht : Ein Interview

Tuesday, March 10th, 2009

Es ist auf jeden Fall Bewegung in der deutschen T-Shirt-Print-on-demand-Szene. Die einen entlassen ein paar Leute und lassen sich kräftig nachfinanzieren. Die nächsten heimsen Kapital in einer Partnerschaft mit einem Mobilfunkanbieter ein. Die dritten konzentrieren sich auf ihre eigene Seite: Shirtcity.com, die ja seinerzeit das online-Shirtdesignen erfunden hatten, stellen ihre neue Seite vor. Deren Seite erstrahlt nun in  neuem Glanz und zeigt ein, wie ich meine, zeitgemäßeres und schickeres Gesicht. Da wollen wir doch mal direkt bei den Jungs selber nachfragen, was denn das so alles soll. Henning Lisson, Shirtcitys Pressesprecher, war so nett, mir ein paar Fragen zu beantworten:

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Shirtcity hat also neue Seite. Was waren die Leitideen hinter dem Relaunch ?

Erstens wollten wir unserer Seite natürlich einen zeitgemäßen Look verpassen. Aber noch viel wichtiger war uns, die Erlebbarkeit unserer T-Shirts und anderen Produkte zu steigern. Wer Kleidung im Internet bestellt, muss natürlich auf einen Anprobe verzichten. An dieser Stelle möchten wir es unseren Nutzern so angenehm wie möglich machen. Neben Textilien von bekannten und beliebten Herstellern wie American Apparel, Fruit of the Loom oder auch Adidas und Nike war es uns wichtig, viel mit Fotos und Models zu arbeiten. Außerdem haben wir natürlich ein paar neue Funktionen eingeführt.

Was sind denn die wesentlichen neuen Funktionen?

Zunächst einmal haben wir Shirtcity ein wenig umstrukturiert. In dem Sinne gibt es keine Startseite mehr, die den User zum eigentlichen Content leitet. Man ist sofort mittendrin und bekommt Vorschläge, in welcher Kombination Motive und T-Shirt gut aussehen. Trotzdem kann man natürlich mit wenigen Klicks im ebenfalls überarbeiteten Designer seiner Kreativität freien Lauf lassen. Außerdem gibt es im Designer selbst ein paar neue Funktionen: Die Druckfarbe ist nun frei wählbar oder Text und Motive können kombiniert werden.

Was ist mit dem Community-Bereich, dem ShirtcityClub passiert?

Der wird wieder Teil der Seite werden, wir arbeiten noch an der Umsetzung für das neue Design. Unsere User und Shoppartner haben schließlich mitunter so großartige Motiv-Ideen, dass wir sie den Besuchern nicht vorenthalten wollen.

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Wie hebt sich Shirtcity nun von den anderen großen Shirtdruck-Anbietern ab?

Wir können viele Vorteile und Stärken kombinieren. Wir sind zuzusagen das Schweizer Messer der Szene. Einerseits bieten wir interessierten Nutzern alle Möglichkeiten sich bei uns voll auszuleben. Designs können hochgeladen werden, eigene Shops können erstellt werden, Text oder Fotos können platziert werden – es gibt buchstäblich Millionen von Kombinationsmöglichkeiten. Außerdem ist uns sozusagen nebem dem Druck auch der Content wichtig – unsere Motive sollen mehr sein als eine wahllose Clipart-Sammlung. Wir wollen den Leuten auch wirklich Lieblingsshirts rausschicken. Deswegen kriegen sie nun auf der Seite den Platz, den sie verdienen.

Darüber hinaus bieten wir mit Scribtee.com ambitionierten T-Shirtdesignern und Grafikern eine Plattform, um ihren Output innerhalb der T-Shirt Community zu präsentieren und gleichzeitig an einem recht attraktiv dotierten Contest teilzunehmen. Andererseits sprechen wir auch den intuitiven Besucher an, der einfach gerne stöbert oder zu einem bestimmten Thema ein Motiv sucht und keine Lust hat, viele Einstellungen vorzunehmen. Hier vereinfachen  wir auch die Suche durch die neue Kategorie-Aufteilung. Kurz gesagt: es ist unmöglich, auf der Shirtcity-Seite nichts für sich zu finden.

Was erwartet ihr noch von 2009?

Von 2009 erwarten wir eine ganze Menge. Neben der neuen Seite und den damit verbundenen Möglichkeiten freuen wir uns auf das Superwahljahr 2009. Der Wahlkampf wird mit Sicherheit heiß und wir möchten gerne ordentlich mitmischen. 2005 konnten wir ja in dieser Hinsicht mit einem Angela Merkel Motiv schon für Furore sorgen. Ich denke, das wird uns in diesem Jahr auch gelingen. Der Grundstein dafür ist schon gelegt – unsere politischen Motive, speziell Obama und Merkel sind gefragt. Ansonsten erwarten wir für 2009 natürlich viel Sonne für viel T-Shirts.

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Soweit also der O-Ton. Vielen Dank dafür! Mehr Infos gibt es auch im Shirtcity-Blog. Und an dieser Stelle der Hinweis an bloggende Kollegen: Shirtcity hat für Blogposts über den Relaunch den Ranicki-Award ausgelobt. Heißt: wer sich mit der neuen Seite kritisch auseinandersetzt, wird mit T-Shirts belohnt. Und die neue Seite macht tatsächlich auch Lust auf die Shirts …

Im Interview: André von A-better-tomorrow.com

Tuesday, September 25th, 2007

Wir dürfen eine Rubrik begrüßen. Ab jetzt werde ich T-Shirt-Designern, -Händlern und -Seitenbetreibern die Möglichkeit geben, selbst zu Wort zu kommen.

Den Anfang macht André Grünhoff von A-better-tomorrow.com, der sich die Mühe gemacht hat, ausführlich meine Fragen zu beantworten. Danke dafür!

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Was war die Idee hinter “A better tomorrow”?

Die Idee hinter A-B-T war es, DIE Anlaufstelle für gutes Design und Streetwear zu schaffen. Das Ganze besteht ja aus den drei Teilen Design Contests, Streetwear und Community. Im Bereich der Design Contests entsteht das Label A better tomorrow. Wir wollen zusammen mit allen Leuten da draußen eine eigene Marke aufbauen. Von euch für euch sozusagen. Der Shirt Contest ist hier nur der Start, weil es ein gelernter Mechanismus ist. Aber es wird mittelfristig eine komplette Kollektion aus den Contests entstehen. Angefangen von Hoodies, über Sneaker bis hin zu Caps etc.

Der zweite Teil ist der Streetwear Part. Aber auch hier wollten wir nichts Gewöhnliches anbieten. In unseren Shopbereich nehmen wir nur ausgewählte Label junger Designer auf. Keine großen Marken und kein Mainstream, den man überall kaufen kann. Die Leute sollen zu uns kommen, weil sie wissen, dass es bei uns Stuff gibt, der sonst nur schwer oder gar nicht online zu bekommen ist. Wir bieten den Brands ein Shopsystem, welches sie eigenständig administrieren können. Wir machen das Payment, den Service, Marketing und fungieren als Vertriebsplattform. Auch dieser Teil soll weiter ausgebaut werden. Sowohl technisch als auch inhaltlich. Wir stellen uns vor, künftig auch den offline Vertrieb für junge Label zu managen und bei Produktionen zu helfen.

Na ja und last but not least sind das doch Dinge, über die man sich gerne austauscht. Die Designer quatschen untereinander oder mit uns über die eingesandten Designs. Kunden können mit den Labelbetreibern über die Kollektionen sprechen. Wir machen immer wieder Aktionen, über die man sprechen kann und so baut sich langsam aber sicher eine super nette Community auf, für die wir unser letztes Hemd geben würden.

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Drei Shirts aus dem Designcontest: Pimp My Marx von Yackfou, Totenkopptriumph von Sushi, Funtastic Four von Peachbeach.

(Weiterlesen: )

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