Zu Besuch in der Dudes Factory (1)

by on February 27th, 2011
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Anders als viele T-Shirt-Shops, die ich hier vorstelle, ist die Dudes Factory nicht nur eine virtuelle Adresse, sondern auch ein besuchenswertes Ladengeschäft in Berlin. Und weil die Idee hinter dieser Fabrik wirklich bemerkenswert ist, und sie zudem nicht weit von mir entfernt ist, habe ich mich also in die Torstraße 138 begeben, wo mir die Ober-Dudes Arnaud Loix van Hooff und Heri(bert) Willmerdinger die Idee, den Laden und die Geschichte der Factory bei lecker Kaffee ausführlich erklärt haben.

Seitenwand der Factory: im Zentrum ein Riesenbildschirm mit der Website - zum selbst customizen.

Arnaud: Wir arbeiten mit Designern zusammen, die wir schätzen. Seit dem Launch waren das Peachbeach, Funny Fun, 110 Special Black, aktuell ist das Dxtr. Und das geht weit über das hinaus, dass sie uns ein paar Designs schicken. Wir entwickeln zusammen eine Idee, ein Oberthema und arbeiten dann eine Serie aus. So eine Kollektion ist schon zwei, bis drei Monate in der Entwicklung. Jedes einzelne Design und auch Elemente der Designs haben wir digital vorliegen. Wir drucken mit Digital-Direktdruck, also sind wir so flexibel, wie man nur irgendwie sein kann. Das gibt uns unendliche Möglichkeiten.

Okay … Digital-Direktdruck kenn ich im Prinzip. All diese Stücke sind damit gedruckt? Die Qualität dieser Drucke hier ist tatsächlich besser als das, was ich bis jetzt gesehen habe.

Arnaud: Wir haben sehr lange gesucht, bis wir eine Maschine gefunden haben, die unseren Ansprüchen genügt. Wir waren auf zig Messen dafür. Mit unserem Drucker sind wir recht zufrieden. Das Gute ist, dass er wirklich super hochauflösend druckt, auch auf dunklen Textilien. Du siehst: diese Zeichnungen von 110 Special Black sind sehr fein – hier sieht man wirklich noch jedes Haar in dem Bärenfell. Solche dünnen Striche kriegt man mit Siebdruck kaum hin.

Heri: Das hat uns aber am Anfang auch viel Nerven gekostet, bis wir gelernt haben, was wie das beste Resultat erzielt, wann wir mit Weiß vordrucken müssen, etc.

Sind die Auflagen limitiert?

Arnaud: Nein, im Gegenteil. Die Künstler behalten alle Rechte an ihren Zeichnungen. Und jedes Mal, wenn ein Motiv bestellt wird, bekommen die Designer ihren Anteil daran. Lebenslang.
Es gibt aber einen Artist of the Month. Der bestimmt dann unseren Auftritt. Wenn wir eine neue Kollektion vorstellen, gestalten wir, bzw. er die Seite neu, und den Laden. Die große Leinwand an der Seitenwand gehört dann auch ihm. Sowohl online als auch im Laden war unser Grundgedanke, alles so neutral wie möglich zu halten, dass die Kunstwerke auch im Zentrum stehen und so wenig wie möglich davon ablenkt.

Dennis "DXTR" Schuster am Werk: drei Tage und Nächte war er an den (Lein-)Wänden der Factory zugange.

Auch eine Art Shirtdesigner ist Teil Eures Angebots …

Arnaud: Man kann auf unserer Webseite ein T-Shirt einfach bestellen, aber man kann es auch ins Lab laden und dort einfach die Farbe des Shirts oder des Designs ändern. Wie gesagt, alle Grafiken liegen bei uns digital gespeichert – oder auch einzelne Elemente davon. Da laden wir nun die Nutzer ein, damit zu spielen und kreativ zu werden. Ich zeig dir mal, wie das geht:
Du fängst an mit dem Produkt, sagen wir mal ein T-Shirt. Vorerst haben wir noch American Apparel T-Shirts, das war am einfachsten und die Qualität und der Schnitt sind auch gut genug. Du wählst also eine T-Shirt-Farbe und gehst weiter zur Kollektion. Unter “Artworks” links oben sind die Designs, also die ganzen Motive. Die können einfach per Drag and Drop auf das Shirt gezogen werden. Im Reiter “Einzelne Elemente” findest du Einzelteile der Designs. Die kannst du rüberziehen, anordnen, einfärben, skalieren und schichten wie du willst. Der Preis bleibt dabei immer gleich: 35 € nur Frontdruck, 39 € für Druck vorne und hinten. In der Box “Farben” links unten passt du mit den Reglern „Farbton“, „Sättigung“ und „Helligkeit“ die Farben der Elemente an oder färbst sie ein.

Wie in Photoshop also…?

Heri: Genau, das ist flexibler als die vektorbasierten Shirtdesigner, die nur bestimmte Folienfarben anbieten, weil sie auf Flexdruckfolien zurückgreifen. Dadurch, dass unser Lab mit Pixelgrafiken arbeitet, ist das komplett geöffnet worden.

Arnaud: Hier haben wir noch verschiedene Schriften. Da kannst du über einen Texteditor Worte und Sätze schreiben oder die Buchstaben einzeln auf die Fläche ziehen. Wir haben jetzt vier Artist-Kollektionen, damit kann man schon was machen, aber es werden immer mehr Elemente dazukommen.

Mein erster Test bestätigt: das macht unheimlich Spaß und lässt andere Online-Shirtdesigner alt aussehen. Immerhin habe ich jetzt für meine Band, die noch gar nicht richtig das Licht der Öffentlichkeit erblickt hat, schon ein eigenes T-Shirt gemacht, designed by Dxtr mit einem Schuss Peachbeach. Die Schriften und Einzelelemente könnten sicherlich noch mehr sein, aber das werden sie auch.

Im zweiten Teil des Reports erzählen die Dudes mehr über sich, ihre Factory, die beteiligten Künstler und ihre Vorhaben. Stay tuned.

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Categories: Interview, T-Shirts, Zukunftsmusik

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